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Victor Wembanyama enttäuscht gegen starken Isaiah Hartenstein: OKC fehlt nach Freiwurffestival gegen die Spurs nur noch ein Sieg für die NBA-Finals

May 28, 2026  Twila Rosenbaum  62 views
Victor Wembanyama enttäuscht gegen starken Isaiah Hartenstein: OKC fehlt nach Freiwurffestival gegen die Spurs nur noch ein Sieg für die NBA-Finals

Den Oklahoma City Thunder fehlt nur noch ein Sieg, um nach den New York Knicks als zweites Team in die NBA-Finals einzuziehen. In Spiel 5 der Western Conference Finals sicherte sich OKC gegen die San Antonio Spurs die 3:2-Führung. Victor Wembanyama konnte dabei nicht die nächste Gala feiern, weil Isaiah Hartenstein erneut zum heimlichen MVP des amtierenden Meisters wurde.

Spielverlauf: Thunder setzen sich nach ausgeglichenem Start ab

Vor Spielbeginn hatte OKC-Coach Mark Daigneault jedoch noch einige Kopfschmerzen. Mit Jalen Williams (Oberschenkel) und Ajay Mitchell (Wade) fehlten ihm erneut zwei wichtige Säulen in der Offensive. Erstmals in seiner Karriere durfte dafür Neuzugang Jared McCain in der Postseason starten. Zunächst zeigte sich trotzdem ein zuletzt gewohntes Bild in dieser Serie und die Spurs erwischten den besseren Start. Beide Teams erlaubten sich in den Anfangsminuten etliche Ballverluste, San Antonio sicherte sich nach einem Dreier von Julian Champagnie die 16:8-Führung. Bis zum Ende des ersten Viertels schlug OKC zurück und Shai Gilgeous-Alexander stellte von der Freiwurflinie auf 29:27 für den Top-Seed des Westens.

Es sollte ein Vorgeschmack auf das zweite Viertel sein. Nachdem es im ersten Abschnitt noch fast zehn Minuten gedauert hatte, bis erstmals ein Akteur an die Charity Stripe marschierte, trafen beide Mannschaften im zweiten Quarter 29 Freiwürfe - die meisten in diesem Abschnitt seit den Bubble-Playoffs vor sechs Jahren. Die Referees gestalteten das Freiwurffestival immerhin ausgeglichen (OKC: 14/14 FT, Spurs: 15/17 FT). Das galt auch für die gesamte Partie (OKC: 33/38 FT, Spurs: 28/32 FT). Die Thunder setzten sich derweil zur Pause mit 69:58 ab.

Nach der Halbzeitpause lag schnell die Vorentscheidung in der Luft, da die Thunder kurzzeitig mit +20 davonzogen, doch die Spurs konnten den Rückstand zeitnah wieder einstellig gestalten und kamen auf -8 heran. Möglicherweise hätte es noch knapper werden können, wenn die Unparteiischen die eine oder andere Entscheidung anders getroffen hätten. Ein Tip-In von Wemby-Backup Luke Kornet wurde von Cason Wallace noch aus dem Ring geblockt und hätte eigentlich als Goaltending geahndet werden müssen. Beim nächsten Spurs-Angriff entschieden die Referees auf Einwurf für OKC. Zwar rutschte Wembanyama der Ball aus den Händen, doch das Spielgerät sprang eindeutig von Chet Holmgrens Fuß ins Aus. Head Coach Mitch Johnson wollte den Call anfechten, doch sein Versuch, eine Challenge zu nehmen, wurde ignoriert. "Sie haben mich wohl einfach nicht gesehen", erklärte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Während der Partie tat er alles, um die Referees darauf aufmerksam zu machen - und kassierte ein Technical. Die Thunder gingen mit einem 101:91 im Rücken in das Schlussviertel und verwalteten den Vorsprung in den letzten zwölf Minuten souverän.

Schlüsselspieler: Hartenstein als Wemby-Stopper, SGA überragend

Bester Spieler des Abends war Gilgeous-Alexander, der 32 Punkte (7/19 FG, 2/3 3FG, 16/17 FT) und 9 Assists auflegte. Hartenstein, der schon in Game 2 den überragenden "Wemby-Stopper" gegeben hatte, verdiente sich erneut viel Lob. Neben all dem defensiven Impact schnappte sich der deutsche Center auch noch ein Double Double (12 PTS, 15 REB), da der "Push-Floater" auch in der Offensive wieder regelmäßig im hohen Bogen in den Ring flog (6/8 FG). Big-Kollege Holmgren war zudem zu Spielbeginn endlich aggressiver und tütete ebenfalls ein Double Double ein (16 PTS, 11 REB). Caruso hatte sein heißes Händchen aus den ersten drei Spielen wiedergefunden, in denen er sich auf den Spuren Stephen Currys befand. Der Guard schoss von der Bank für 22 Zähler und netzte vier seiner acht Distanzwürfe. McCain hatte bei seinem Starting-Five-Debüt in der ersten Hälfte noch zu kämpfen, doch erzielte 18 seiner 20 Punkte nach der Pause.

Bei den Spurs zeigten Stephon Castle (24 PTS, 7/11 FG, 3/5 3FG) und Julian Champagnie (22 PTS, 8/15 FG, 4/8 3FG) effiziente Vorstellungen. Allerdings waren die beiden damit Ausnahmeerscheinungen an einem Abend, an dem für San Antonio nur wenige Versuche fallen wollten (40,2 FG%, 29,3 3FG%). Wemby sammelte zwar 20 Punkte, doch musste dafür vor allem den Weg über die Freiwurflinie wählen (4/15 FG, 0/5 3FG, 12/12 FT). Mit 6 Rebounds, 1 Assist, 2 Steals und 3 Blocks blieben die benötigten außerirdischen Statistiken aus. Die Guards De'Aaron Fox (9 PTS, 4/15 FG) und Dylan Harper (5 PTS, 1/5 FG) konnten dem Spiel ebenfalls nicht ihren Stempel aufdrücken und Devin Vassell traf sogar noch schlechter (6 PTS, 2/11 FG, 2/9 3FG). Keldon Johnson steuerte immerhin 15 Punkte von der Bank bei.

Hintergrund: Die Serie im Überblick und die Bedeutung von Spiel 6

Die Western Conference Finals zwischen den Oklahoma City Thunder und den San Antonio Spurs waren von Beginn an hart umkämpft. Nach einem spektakulären Auftakt in Spiel 1, das die Spurs in der zweiten Verlängerung für sich entscheiden konnten (122:115), zeigte der amtierende Meister seine Klasse und gewann die nächsten beiden Partien in eigener Halle und auswärts. Spiel 4 ging dann deutlich an die Spurs (103:82), die damit den Ausgleich erzwangen. Mit dem Sieg in Spiel 5 haben die Thunder nun die Chance, die Serie am Freitag in San Antonio zu beenden. Sollte den Spurs ein weiterer Heimsieg gelingen, würde die Entscheidung in Spiel 7 in Oklahoma City fallen.

Isaiah Hartenstein hat sich in dieser Serie als entscheidender Faktor erwiesen. Der deutsche Center, der im Sommer 2024 von den New York Knicks zu den Thunder wechselte, bringt nicht nur defensive Stabilität, sondern auch eine clevere Offensive. Seine Fähigkeit, Wembanyama aus der Zone zu drängen und gleichzeitig selbst am Brett zu scoren, macht ihn zu einem der wertvollsten Spieler in dieser Postseason. Auch Chet Holmgren, der im zweiten Jahr nach seiner Verletzungspause immer besser in Form kommt, profitiert von Hartensteins Präsenz. Gemeinsam bilden sie ein Innenverteidigungsduo, das kaum zu knacken ist.

Auf der anderen Seite steht Victor Wembanyama vor einer gewaltigen Herausforderung. Der Rookie des Jahres hat in dieser Serie bereits gezeigt, warum er als das größte Talent seit LeBron James gilt, aber gegen die körperliche Defensive der Thunder fällt es ihm schwer, sein volles Potenzial auszuschöpfen. In Spiel 5 traf er nur 4 von 15 Feldwürfen und blieb ohne Dreier. Seine Teamkollegen, allen voran De'Aaron Fox und Devin Vassell, konnten ihn nicht ausreichend entlasten. Coach Mitch Johnson muss vor Spiel 6 Wege finden, um mehr Bewegung in die Offensive zu bringen und Wembanyama bessere Abschlussmöglichkeiten zu schaffen.

Die Thunder haben zudem gezeigt, dass sie auch ohne zwei wichtige Rotationsspieler bestehen können. Jared McCain, der für den verletzten Jalen Williams in die Startformation rückte, steuerte 20 Punkte bei und bewies Nervenstärke. Alex Caruso, der in Spiel 4 noch punktlos geblieben war, meldete sich mit 22 Zählern eindrucksvoll zurück. Die Tiefe des Kaders ist einer der großen Vorteile von Oklahoma City, vor allem in der entscheidenden Phase der Playoffs.

Die Spurs stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Ein Sieg in Spiel 6 ist Pflicht, um die Serie nach Oklahoma City zurückzubringen. Sollte ihnen das gelingen, wäre alles offen. Die Thunder hingegen wollen den Sack zumachen und sich für die NBA Finals qualifizieren, wo die New York Knicks bereits warten. Die Knicks sicherten sich am Dienstag mit einem 4:1-Sieg über die Boston Celtics das Ticket für die Finals und warten nun auf ihren Gegner. Es wäre die erste Finalteilnahme für Oklahoma City seit 2012, als sie noch Kevin Durant, Russell Westbrook und James Harden in ihren Reihen hatten.

Die entscheidende Partie findet in der Nacht auf Freitag in San Antonio statt. Anwurf ist um 2.30 Uhr deutscher Zeit. Die Spurs müssen ihre Wurfquote verbessern und vor allem Victor Wembanyama besser in Szene setzen. Isaiah Hartenstein und die Thunder werden alles daran setzen, den Einzug in die Finals perfekt zu machen. Die NBA-Welt schaut gespannt auf Texas.


Source: Yahoo News News


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