Die Gerüchteküche brodelte bereits seit Wochen, nun ist es offiziell: Mia Goth, die gefeierte Horror-Queen der Independent-Szene, wird im kommenden Marvel-Film Blade eine Schlüsselrolle übernehmen. Die genaue Figur, die sie verkörpern wird, hält das Studio zwar noch unter Verschluss, doch Insidern zufolge soll es sich um eine ebenso rätselhafte wie bedrohliche Gestalt handeln – eine Rolle, die perfekt zu Goths Spezialgebiet passt: psychologische Abgründe und animalische Bedrohung.
Wer ist Mia Goth?
Mia Goth wurde 1993 in London geboren und startete ihre Karriere als Model, bevor sie 2013 in Lars von Triers Nymphomaniac ihr Filmdebüt gab. Der internationale Durchbruch gelang ihr jedoch mit der Horrorserie Suspiria (2018) von Luca Guadagnino, in der sie eine junge Tänzerin spielte, die in einem düsteren Ballettinternat übernatürlichen Kräften ausgesetzt ist. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Ti West in den Filmen X (2022) und Pearl (2022). In Pearl verkörperte sie eine junge Farmerin, die von einem glamourösen Leben träumt und dabei psychopathische Züge offenbart – eine Performance, die ihr den Status einer Horror-Ikone einbrachte. Der dritte Teil der Trilogie, MaXXXine, ist für 2024 angekündigt und wird die Geschichte fortsetzen.
Goth versteht es meisterhaft, zerbrechliche Figuren mit einer unterschwelligen Gewaltbereitschaft zu zeichnen. Ihre Mimik, ihr Spiel mit Blicken und ihre Fähigkeit, zwischen Opfer und Täterin zu changieren, machen sie zur Idealbesetzung für eine düstere Comicverfilmung wie Blade. Mit ihrer Besetzung unterstreicht Marvel einmal mehr den Anspruch, talentierte Genre-Regisseure und -Darsteller für das MCU zu gewinnen.
Die Rückkehr der Blade-Reihe
Der Vampirjäger Blade, bekannt aus den drei Filmen mit Wesley Snipes in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren, kehrt endlich auf die große Leinwand zurück. Bereits 2019 kündigte Marvel eine Neuauflage an, in der Mahershala Ali die titelgebende Rolle übernehmen soll. Ali, zweifacher Oscar-Preisträger für Moonlight und Green Book, bringt eine ganz eigene Aura in die Rolle – weniger brachial als Snipes, aber ebenso charismatisch. Die Handlung des neuen Films wird voraussichtlich im Marvel Cinematic Universe angesiedelt sein und könnte lose auf der Comic-Vorlage basieren, die Blade als Halbvampir zeigt, der gegen seine eigenen Artgenossen kämpft.
Die Verzögerungen des Projekts waren zahlreich: Ursprünglich sollte Blade bereits 2023 erscheinen, doch kreative Differenzen und der Autorenstreik in Hollywood führten zu Verschiebungen. Momentan ist kein offizieller Starttermin bekannt, aber Gerüchten zufolge könnte der Film 2025 oder 2026 in die Kinos kommen. Regie führt Yann Demange ('71, White Boy Rick), das Drehbuch stammt von Michael Starrbury (When They See Us).
Mia Goths mögliche Rolle
Spekulationen über die Rolle von Mia Goth konzentrieren sich auf mehrere Comicfiguren. Eine beliebte Theorie besagt, dass sie die weibliche Version des Vampirjägers – etwa Spitfire oder Lilith – spielen könnte. Oder sie verkörpert eine Schurkin wie Draculas Tochter Lilith oder die dämonische Morbius-Figur. Marvel hat jedoch eine Tradition, Originalcharaktere für das MCU zu erschaffen, sodass es sich auch um eine völlig neue Rolle handeln könnte. Fakt ist: Goths Stärke liegt darin, ambivalente Figuren darzustellen, die weder gut noch böse sind, sondern in einer moralisch grauen Zone operieren – ideal für eine Welt, in der Monster und Menschen verschwimmen.
Die Besetzung ist ein weiterer Schritt, um Blade von anderen Superheldenfilmen abzuheben. Statt quietschbunten Kostümen und humorvollen One-Linern soll der Film eine düstere, atmosphärische Note bekommen, die an den Horror-Thriller Blade Runner oder Logan erinnert. Mahershala Ali hat in Interviews bereits angedeutet, dass der Film „gewalttätig, intelligent und unkonventionell“ werden könnte.
Die Zukunft der „Horror Queen“
Für Mia Goth selbst bedeutet die Rolle einen enormen Karrieresprung. Nachdem sie vor allem in Independent-Filmen und Arthouse-Horror brillierte, betritt sie nun die große Bühne des MCU. Das sichert ihr nicht nur ein weltweites Publikum, sondern auch höhere Gagen und weitere Mainstream-Projekte. Dennoch wird sie ihrem Genre treu bleiben: Sie hat bereits angekündigt, auch in Zukunft Horrorfilme zu drehen, da sie die kreative Freiheit in diesem Bereich besonders schätze. Ein Spagat zwischen Blockbuster und Indie-Kino ist durchaus möglich, wie Beispiele von Schauspielern wie Tilda Swinton oder Oscar Isaac zeigen.
Die Ankündigung löste in den sozialen Medien eine Welle der Begeisterung aus. Fans feiern die Wahl als „perfekt“ und spekulieren eifrig über mögliche Handlungsstränge. Auch die Horror-Community zeigt sich erfreut, eine ihrer Ikonen in einem Marvel-Film zu sehen. Es bleibt abzuwarten, ob Goth eine wiederkehrende Figur spielen wird oder nur einen einmaligen Auftritt hat. Angesichts des Erfolgs von Marvel-Antagonisten wie Thanos oder Loki ist jedoch anzunehmen, dass ihre Rolle langfristig angelegt ist.
Die Dreharbeiten sollen Anfang 2024 beginnen, zunächst in den Pinewood Studios in Atlanta, später an weiteren Drehorten in Europa. Parallel dazu arbeitet Marvel an der Postproduktion anderer Projekte wie Deadpool 3 und The Fantastic Four. Die Integration von Blade in das MCU ist ein heikler Balanceakt, denn der Charakter existiert in einer düsteren Nische, die sich vom bisherigen Ton des Universums unterscheidet. Mit Mia Goth an Bord könnte dieser Spagat gelingen – sie bringt genau jene raue, unangepasste Energie mit, die Blade braucht, um frisch und relevant zu wirken.
Source: Filmfutter News