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Joe Biden

May 15, 2026  Twila Rosenbaum  8 views
Joe Biden

Einleitung

Joseph „Joe“ Robinette Biden Jr., geboren am 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania, ist eine der prägendsten Figuren der amerikanischen Politik des 21. Jahrhunderts. Sein Weg vom Sohn eines Gebrauchtwagenhändlers zum mächtigsten Mann der Welt war von außergewöhnlichen Erfolgen, aber auch von tiefen persönlichen Tragödien geprägt. Joe Biden, der als 46. Präsident der Vereinigten Staaten am 20. Januar 2021 vereidigt wurde, hat es geschafft, sich immer wieder nach schweren Schicksalsschlägen aufzurappeln – ein Charakterzug, den er selbst auf die unerschütterliche Zuversicht seines Vaters zurückführt.

Frühe Jahre und erster politischer Aufstieg

Biden wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Rust Belt auf, der einst blühenden Industrieregion der USA. Seine Mutter Jean Finnegan und sein Vater Joe Robinette Biden Sr. erzogen ihn gemeinsam mit seinen drei Geschwistern zu Bescheidenheit und Zielstrebigkeit. Schon in der Schulzeit verdiente sich Biden Taschengeld durch Fensterputzen und Rasenmähen. Nach dem Umzug der Familie nach Delaware studierte er Geschichte und Politikwissenschaft und später Jura an der Syracuse University. Dort schloss er als Juris Doctor ab und erhielt seine Zulassung als Rechtsanwalt.

Seine politische Karriere begann 1970 mit der Wahl in den Stadtrat des New Castle County. Nur zwei Jahre später, 1972, gelang ihm eine politische Sensation: Der damals 29-Jährige besiegte den beliebten Amtsinhaber J. Caleb Boggs und wurde zum fünftjüngsten Senator in der Geschichte der USA. Dieser Erfolg schien den Beginn einer strahlenden politischen Laufbahn zu markieren.

Der tragische Unfall von 1972

Doch das Schicksal schlug unbarmherzig zu. Nur wenige Wochen nach der Wahl, am 18. Dezember 1972, ereignete sich eine Tragödie, die Bidens Leben für immer veränderte. Seine erste Frau Neilia Hunter, mit der er seit 1966 verheiratet war, und die gemeinsame Tochter Naomi kamen bei einem schweren Autounfall ums Leben, als Neilia mit den Kindern unterwegs war. Ein Sattelschlepper rammte ihr Auto. Die beiden Söhne Beau und Hunter überlebten schwer verletzt. Biden, der damals als Senator vereidigt werden sollte, legte seinen Amtseid im Januar 1973 am Krankenbett seiner Söhne ab. Diese Erfahrung stürzte den tiefgläubigen Katholiken in eine schwere Glaubenskrise. Jahrzehnte später sagte er in einem Interview: „Ich hatte das Gefühl, dass Gott mir einen schlechten Streich gespielt habe.“

Die Trauer war überwältigend, doch Biden zwang sich, für seine Söhne stark zu sein. Er pendelte jeden Tag mit dem Zug von Delaware nach Washington, um bei ihnen zu sein. Diese Zeit formte seinen Charakter und seine politische Überzeugung, dass Mitgefühl und Durchhaltevermögen die wichtigsten Eigenschaften eines Führers sind.

Neuanfang und politische Kontinuität

Es dauerte Jahre, bis Biden sich wieder auf eine neue Liebe einlassen konnte. Sein Bruder arrangierte ein Blind Date mit Jill Tracy Jacobs, einer Lehrerin. Die beiden heirateten 1977 und bekamen 1981 ihre Tochter Ashley. Jill Biden wurde zu einer verlässlichen Stütze an seiner Seite. Politisch blieb Biden im Senat aktiv, wo er sich vor allem mit Fragen der Außenpolitik und der Justiz beschäftigte. Obwohl er zweimal für die Präsidentschaft kandidierte – 1988 und 2008 –, scheiterte er jeweils in den Vorwahlen. 1988 zog er seine Kandidatur zurück, nachdem ihm Plagiate in einer Wahlkampfrede vorgeworfen wurden. 2008 erhielt er nicht genügend Delegiertenstimmen. Doch diese Rückschläge hinderten ihn nicht daran, weiterzumachen.

Vizepräsident unter Barack Obama

2008 wählte der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama Joe Biden zu seinem Running Mate. Nach Obamas Sieg amtierte Biden acht Jahre lang als 47. Vizepräsident der Vereinigten Staaten. In dieser Rolle war er maßgeblich an der Verabschiedung des American Recovery and Reinvestment Act beteiligt, der die Folgen der Finanzkrise abmildern sollte, und setzte sich für die Außenpolitik ein, insbesondere in Bezug auf den Irak und Afghanistan. Seine langjährige Erfahrung im Auswärtigen Ausschuss des Senats machte ihn zu einem geschätzten Ratgeber Obamas. Auch persönlich entwickelten die beiden Männer eine enge Freundschaft, die über das Übliche hinausging.

Erneuter Schicksalsschlag: Der Tod von Beau Biden

Gerade als Bidens Stern wieder stieg, traf ihn ein weiterer schwerer Verlust. Sein ältester Sohn Beau, der als Attorney General von Delaware eine vielversprechende politische Karriere vor sich hatte, starb 2015 im Alter von 46 Jahren an einem Gehirntumor. Beau galt als das politische Talent der Familie und war Joe Biden sehr nahe. Die Trauer war unbeschreiblich. Biden selbst sagte, der Tod seines Sohnes habe ihn „emotional und körperlich“ gebrochen. Dennoch entschied er sich, nicht aufzugeben – inspiriert von den Worten seines Vaters: „Du darfst fallen, aber du musst wieder aufstehen.“

Diese Resilienz führte ihn schließlich zur dritten Kandidatur für das Präsidentenamt. Im April 2019 gab er seine Bewerbung bekannt und gewann die Vorwahl der Demokraten. In einer äußerst kontroversen Wahl am 3. November 2020 besiegte er den amtierenden republikanischen Präsidenten Donald Trump und wurde am 20. Januar 2021 zum 46. Präsidenten der USA vereidigt.

Präsidentschaft und Gesundheitskrisen

Bidens Präsidentschaft war von Beginn an von großen Herausforderungen geprägt: die Bewältigung der COVID-19-Pandemie, die wirtschaftliche Erholung, der Klimawandel und die Wiederherstellung internationaler Allianzen. Sein 1,9 Billionen Dollar schweres Konjunkturpaket, der American Rescue Plan, brachte Millionen von Amerikanern direkte Hilfen. Gleichzeitig musste er sich mit innenpolitischen Krisen wie dem chaotischen Abzug aus Afghanistan und einer hohen Inflation auseinandersetzen.

Seit seinem Amtsantritt kämpft Biden jedoch auch mit gesundheitlichen Problemen. Im Frühjahr 2024 wurde bekannt, dass er an einer aggressiven Form von Prostatakrebs leidet. Er unterzog sich einer Strahlentherapie, die er inzwischen abgeschlossen hat. Zudem hatte er sich bereits zuvor wegen Hautkrebs behandeln lassen. Diese Diagnosen sorgten weltweit für Schlagzeilen, und sowohl politische Weggefährten als auch ehemalige Gegner, darunter Donald Trump, wünschten ihm eine schnelle Genesung. König Charles III. sandte ihm einen privaten Brief. Präsident Biden selbst zeigte sich kämpferisch und veröffentlichte ein lächelndes Selfie, um Zuversicht zu vermitteln.

Trotz der gesundheitlichen Rückschläge blieb Biden politisch aktiv und führte seine Amtsgeschäfte fort. Sein Umgang mit diesen Herausforderungen zeigt erneut jene charakteristische Widerstandsfähigkeit, die ihn bereits durch die schwierigsten Momente seines Lebens getragen hat. Ob er bei der nächsten Wahl erneut antreten wird, bleibt abzuwarten, doch seine Geschichte ist schon jetzt eine der bemerkenswertesten in der modernen amerikanischen Politik.


Source: gala.de News


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