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Fernando Alonso (Aston Martin): Durchs Feld gepflügt, dann Sitz kaputt!

May 27, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
Fernando Alonso (Aston Martin): Durchs Feld gepflügt, dann Sitz kaputt!

Fernando Alonso erlebte beim Großen Preis von Kanada ein Rennen der Extreme: Nach einer spektakulären Aufholjagd in der Anfangsphase musste der zweimalige Weltmeister seinen Aston Martin vorzeitig abstellen. Grund war ein defekter Sitz, der dem Spanier solches Unbehagen bereitete, dass das Team zur Sicherheit die Reifenabstellung befahl. Für Aston Martin setzte sich damit eine enttäuschende Saison 2026 fort – trotz vielversprechender Ansätze auf dem Circuit Gilles Villeneuve.

Start von Platz 19 – und dann nach ganz vorne

Der Spanier war am Sonntag von Startplatz 19 ins Rennen gegangen – eine schwierige Ausgangslage. Doch bereits in den ersten Runden zeigte Alonso seine ganze Klasse. Mit der richtigen Reifenstrategie – er startete auf weichen Slicks, während viele Konkurrenten auf Intermediates oder Mediums setzten – schob er sich nach wenigen Umläufen um neun Positionen nach vorne. „Wir hatten einen guten Start und haben um die Top-10-Plätze gekämpft“, erklärte Alonso später. Der Vorteil: Während die Fahrer vor ihm wegen der abtrocknenden Strecke früh an die Box mussten, blieb Alonso draußen und profitierte von der optimalen Gummimischung. „Es war die richtige Entscheidung, auf weichen Reifen zu starten“, betonte er.

Das plötzliche Aus

Doch in Runde 24 kam das abrupte Ende. Alonso meldete über Funk ein Problem mit dem Sitz, das ihm das Fahren unmöglich machte. Aston Martins Chief Trackside Officer Mike Krack präzisierte: „Fernandos Rennen endete vorzeitig aufgrund eines Problems mit dem Sitz, das für Unbehagen im Cockpit sorgte, weshalb wir uns entschlossen, das Auto aus dem Rennen zu nehmen.“ Der technische Defekt bedeutete den zweiten Ausfall für Alonso in dieser Saison – nach einem Elektrikproblem in Miami.

Alonso: „Schienen schneller zu sein als in Miami“

Trotz des enttäuschenden Endes zog Alonso ein verhalten positives Fazit: „Wir schienen hier mit dem gleichen Paket schneller zu sein als in Miami. Das ist ermutigend. Wir müssen abwarten, bis sich die Leistung durch unsere Upgrades in der Sommerpause verbessert, aber bis dahin werden wir versuchen, dieses Paket weiter zu optimieren.“ Diese Aussage unterstreicht die frustrierende Situation des Teams: Seit Saisonbeginn kämpft Aston Martin mit mangelnder Konkurrenzfähigkeit. Alonso hatte bereits vor dem Kanada-Wochenende klargestellt, dass vor dem Sommer keine größeren Upgrades kommen würden. Die Entwicklung konzentriert sich auf die zweite Saisonhälfte.

Teamkollege Stroll: Zweitletzter, aber im Ziel

Zumindest ein kleiner Trost für Aston Martin: Lance Stroll beendete das Rennen auf Platz 19 – und damit als Vorletzter. Der Kanadier profitierte von den Ausfällen anderer, zeigte aber keine herausragende Leistung. Für das Team zählt jedoch jeder Kilometer, den die Ingenieure analysieren können. Strolls Standfestigkeit ist in dieser schwierigen Phase ein kleiner Lichtblick.

Analyse der Reifenstrategie

Ein zentraler Punkt in Kanadas Rennen war die unterschiedliche Reifenwahl der Teams. Alonso und Aston Martin hatten sich für die weiche Mischung entschieden – eine mutige Entscheidung, die sich zunächst auszahlte. Viele Gegner starteten auf Intermediates, da die Strecke in den Stunden vor dem Rennen leicht feucht war. Doch die Sonne trocknete die Ideallinie schnell ab, sodass die Intermediates überhitzten und die Fahrer früh zum Wechsel auf Slicks gezwungen waren. Alonso dagegen konnte von Beginn an Vollgas geben. „Das war der Schlüssel zu unserem Fortkommen“, analysierte der Spanier. Doch das Sitzproblem zerstörte alle Chancen auf Punkte. Aston Martin muss nun die genaue Ursache des Schadens ergründen – handelte es sich um einen Materialfehler, einen Konstruktionsmangel oder einen Produktionsfehler? Krack ließ offen, ob der Sitz am Montag nach der Rückkehr nach Silverstone genauer untersucht wird.

Historischer Rückblick: Alonsos schwierige Jahre bei Aston Martin

Seit seinem Wechsel zu Aston Martin zu Beginn der Saison 2023 erlebte Alonso Höhen und Tiefen. 2023 startete er mit fünf Podestplätzen in den ersten acht Rennen, darunter der dritte Platz in Bahrain. 2024 verlief bereits wechselhafter, und 2026 ist bislang das schwächste Jahr: Nur zwei Punkte in den ersten sechs Rennen. Das Team aus Silverstone hofft, mit einem umfangreichen Update-Paket nach der Sommerpause den Anschluss an die Spitze zu finden. Alonso betont immer wieder, dass er an das Projekt glaubt und dass die Arbeit im Windkanal Fortschritte zeigt. Die Frage ist nur, ob die Entwicklung schnell genug voranschreitet, bevor der Spanier die Geduld verliert. Sein Vertrag läuft noch bis Ende 2026, aber Gerüchte über einen Wechsel zu anderen Teams halten sich hartnäckig.

Auswirkungen auf die WM-Wertung

Mit dem Ausfall in Kanada verliert Alonso weitere wichtige Punkte im Kampf um die Fahrermeisterschaft. Bislang liegt er mit zwei Punkten auf dem 15. Rang. Teamkollege Stroll hat noch keinen Zähler auf seinem Konto. In der Konstrukteurswertung belegt Aston Martin den achten Platz, punktgleich mit Haas und nur knapp vor Alpine. Der Anschluss an die Top-Fünf scheint in weiter Ferne, doch die Verantwortlichen geben sich kämpferisch: „Wir haben das Potenzial, uns zu steigern“, so Krack. „Jedes Rennen liefert uns Daten, um das Auto besser zu verstehen.“

Blick nach vorn: Monaco als nächste Chance

In zwei Wochen steht mit dem Großen Preis von Monaco das nächste Rennen an. Auf dem engen Stadtkurs kommt es besonders auf das Fahrzeug-Setup und das Vertrauen des Piloten an. Alonso, der in Monaco 2006 für Renault gewann, weiß um die Bedeutung dieses Events. „Monaco ist immer etwas Besonderes. Wenn wir dort einen guten Tag erwischen, können wir vielleicht überraschen“, sagte er. Allerdings müsste dann der Sitz halten. Aston Martin wird sicherstellen, dass das Problem behoben ist – notfalls mit einem komplett neuen Sitz. Die Lehren aus Kanada sind klar: Selbst die beste Strategie nützt nichts, wenn die Basis – der Sitz, in dem der Fahrer viele Stunden verbringt – nicht funktioniert.

Das Rennen in Montreal gewann der junge Italiener Kimi Antonelli im Mercedes, der damit seine erste Saisonführung ausbaute. Lewis Hamilton wurde Zweiter, Max Verstappen Dritter. Für Alonso zählt jedoch nur der Blick nach vorne: „Wir müssen abwarten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns verbessern können.“ Ob diese Zuversicht angesichts der anhaltenden Probleme gerechtfertigt ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eines ist sicher: Alonso hat in seiner Karriere schon viele Rückschläge überwunden. Das Sitzproblem in Kanada ist nur der jüngste Eintrag in einer langen Liste von Pannen, die den zweimaligen Weltmeister nie von seinem Weg abbringen konnten.


Source: SPEEDWEEK.com News


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