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Es geht um Milliarden: Die Fußball-WM 2026 bricht alle Rekorde

May 15, 2026  Twila Rosenbaum  43 views
Es geht um Milliarden: Die Fußball-WM 2026 bricht alle Rekorde

Die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird alle bisherigen Rekorde brechen. Der Weltfußballverband Fifa rechnet mit einem Umsatz von rund 10,9 Milliarden Dollar (etwa 9,3 Milliarden Euro). Dieser Betrag liegt etwa tausendmal höher als die Einnahmen der ersten Weltmeisterschaft im Jahr 1930. Damals fanden lediglich 18 Spiele statt, die meisten Teilnehmer kamen aus Südamerika. Heute ist die WM das mit Abstand lukrativste Sportereignis der Welt – noch vor den Olympischen Spielen.

Die gigantische Einnahmequelle

Den größten Anteil der Einnahmen machen die Übertragungsrechte aus. Mit rund 4,3 Milliarden Dollar steuern TV- und Streaming-Partner den Löwenanteil bei. Das Sponsoring bringt weitere 2,8 Milliarden Dollar in die Kassen. Hauptsponsoren wie Adidas, Coca-Cola, Hyundai-Kia oder der saudische Ölkonzern Aramco zahlen Schätzungen zufolge zwischen 50 und 100 Millionen Dollar pro Jahr für die Partnerschaft mit der Fifa. Hinzu kommen Erlöse aus Ticketing, Hospitality-Lizenzen und Merchandising.

Die Ticketpreise für die WM 2026 liegen auf Rekordniveau. Eine Finalkarte der besten Kategorie kostet derzeit 10.990 Dollar. Auch in den Vorrunden müssen Fans tief in die Tasche greifen. Durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Teams steigt die Anzahl der Spiele von 64 auf 104. Das bedeutet mehr Begegnungen, mehr Zuschauer und mehr Einnahmen. Die Fifa kalkuliert mit einer durchschnittlichen Auslastung der Stadien von über 90 Prozent.

Historisches Wachstum seit 1930

Die erste WM in Uruguay war ein bescheidenes Ereignis. Nur 13 Nationen nahmen teil, die meisten davon aus Lateinamerika. Europa schickte kaum Mannschaften, da die Reise per Schiff zu lang und kostspielig war. Die Ticketpreise lagen umgerechnet zwischen zehn und 40 Dollar in heutiger Kaufkraft. Die Gesamteinnahmen aus dem Kartenverkauf beliefen sich auf etwa zehn bis zwanzig Millionen Dollar – ein Bruchteil der heutigen Summen.

Seitdem ist die WM stetig gewachsen. In den 1950er Jahren kamen Fernsehübertragungen auf, die die Reichweite explosionsartig steigerten. Die WM 1966 in England erzielte erstmals Millionenumsätze. Mit der Kommerzialisierung des Fußballs in den 1990er Jahren begann der rasante Anstieg. Die WM 1994 in den USA markierte einen Wendepunkt: Das Turnier lockte durchschnittlich fast 69.000 Zuschauer pro Spiel und spülte rund eine Milliarde Dollar in die Kassen. Seither hat sich der Umsatz mehr als verzehnfacht.

Vergleich mit anderen Sportligen

Mit 10,9 Milliarden Dollar Umsatz liegt die WM 2026 auf Augenhöhe mit den umsatzstärksten US-Sportligen. Die National Football League (NFL) erzielte 2023 rund 19,2 Milliarden Dollar, die Major League Baseball (MLB) 11,6 Milliarden und die National Basketball Association (NBA) 10,6 Milliarden Dollar. Allerdings erstrecken sich diese Ligen über eine gesamte Saison mit Hunderten von Spielen, während die WM nur etwa einen Monat dauert. Damit ist die WM das effizienteste Sportprodukt der Welt, gemessen am Umsatz pro Spieltag.

Zum Vergleich: Die deutsche Bundesliga setzte im selben Jahr rund vier Milliarden Dollar um – weniger als die Hälfte dessen, was die Fifa allein mit der WM erwirtschaftet. Auch die UEFA Champions League bleibt mit etwa 3,5 Milliarden Dollar pro Saison zurück. Kein anderes Einzelturnier kommt der WM wirtschaftlich nahe.

Kostenexplosion? – Ein differenzierter Blick

Die Organisation einer Weltmeisterschaft ist teuer, aber die Kosten variieren stark. Für 2026 gibt die Fifa in einer Analyse 13,9 Milliarden Euro an. Allerdings sind darin auch die Ausgaben von Touristen in den Gastgeberländern enthalten. Ohne diese liegen die Kosten wohl deutlich unter zehn Milliarden Dollar – weniger als bei den vergangenen Turnieren seit 2014. Die WM 2014 in Brasilien kostete rund 11,6 Milliarden Dollar, die WM 2018 in Russland etwa 11,8 Milliarden. Den absoluten Höhepunkt bildete Katar 2022: Das Emirat investierte rund 220 Milliarden Dollar. Diese Summe schloss jedoch den Bau komplett neuer Städte, U-Bahnen und Flughäfen ein – Investitionen, die weit über das Turnier hinaus wirken.

Die Fifa selbst profitiert trotz der hohen Ausgaben. Der Verband erwartet für den Vierjahreszyklus 2023–2026 einen Überschuss von mehreren Milliarden Dollar, der in die Entwicklung des weltweiten Fußballs fließen soll. Kritiker bemängeln jedoch, dass nur ein Bruchteil bei den Basisvereinen ankommt und viel Geld für extravagante Bauten und Beraterhonorare ausgegeben wird.

Superstars zum letzten Mal auf großer Bühne

Ein weiterer Faktor für die hohen Einnahmen ist die Präsenz von Weltstars wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Beide werden voraussichtlich zum letzten Mal bei einer WM spielen. Messi ist 38 Jahre alt, Ronaldo 40. Sie sind die bestbezahlten Fußballer der Welt: Ronaldo verdient nach Schätzungen 200 Millionen Dollar Grundgehalt plus 60 Millionen aus Werbeverträgen, Messi kommt auf 60 Millionen Gehalt und 70 Millionen Werbeeinnahmen. Ihr Auftritt sorgt für enormes Medieninteresse und treibt die Vermarktung an. Die Fifa kann dadurch höhere Preise für Übertragungsrechte und Sponsoring verlangen.

Neben den Altstars bringt das Turnier auch eine neue Generation hervor. Spieler wie Kylian Mbappé, Erling Haaland und Jude Bellingham sind die Gesichter der Zukunft. Für sie ist die WM eine Bühne, um sich endgültig zu Superstars zu entwickeln. Das Interesse an jungen Talenten steigert zusätzlich die globale Aufmerksamkeit.

Die Rolle der Gastgeberländer

Die WM 2026 wird erstmals von drei Ländern gemeinsam ausgerichtet: USA, Kanada und Mexiko. Diese Aufteilung bringt logistische Herausforderungen mit sich, aber auch Chancen. Die USA sind bereits ein riesiger Sportmarkt, in dem Fußball kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Die Major League Soccer (MLS) wächst schnell, und die US-Mannschaft hat sich sportlich etabliert. Kanada und Mexiko bieten zusätzliche Stadien und eine begeisterte Fanszene. Die geografische Nähe der Länder erleichtert Reisen für Fans und Teams.

Erstmals werden Spiele in 16 verschiedenen Stadien ausgetragen, verteilt über die drei Länder. Die Stadien sind modern und verfügen über hohe Kapazitäten. Das größte Stadion ist das MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) mit über 82.000 Plätzen. Die Fifa erwartet insgesamt mehr als fünf Millionen verkaufte Tickets. Viele Spiele sind bereits ausverkauft, darunter das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt und das Finale in Dallas.

Infrastruktur und Sicherheitsaspekte

Die Gastgeberländer investieren massiv in die Infrastruktur. In den USA wurden vorhandene Stadien renoviert, in Kanada und Mexiko fanden umfangreiche Modernisierungen statt. Die Verkehrsanbindung, insbesondere zwischen den Spielorten, wurde verbessert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, da die WM ein potenzielles Ziel für Terroranschläge ist. Die Fifa arbeitet eng mit den nationalen Behörden zusammen, um ein sicheres Turnier zu gewährleisten. Die Kosten für Sicherheit werden auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Die Fifa hat sich verpflichtet, die CO2-Bilanz des Turniers zu reduzieren. Dazu gehören Maßnahmen wie die Nutzung erneuerbarer Energien in den Stadien, die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel und Kompensationsprojekte. Ob diese Ziele erreicht werden, bleibt abzuwarten. Kritiker weisen darauf hin, dass große Sportereignisse immer mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden sind.

Auswirkungen auf den Weltfußball

Die WM 2026 wird nicht nur wirtschaftliche Rekorde brechen, sondern auch das Gesicht des Fußballs verändern. Die Aufstockung auf 48 Teams ermöglicht mehr Nationen die Teilnahme. Kleine Fußballnationen wie die Kapverden, Fidschi oder der Irak haben nun eine reale Chance, sich zu qualifizieren. Das erhöht die globale Vielfalt und fördert den Fußball in Regionen, die bisher unterrepräsentiert waren. Gleichzeitig wächst die Gefahr von ungleichen Spielen: Einige Vorrundenpartien könnten einseitig werden. Die Fifa versucht, dies durch eine geschickte Setzliste und eine Reform des Spielplans zu entschärfen.

Die wirtschaftlichen Effekte beschränken sich nicht auf die Fifa. Auch die Gastgeberländer profitieren: Der Tourismus erhält einen enormen Schub, und die globale Medienpräsenz wirbt für die Regionen. Schätzungen gehen von mehreren Milliarden Dollar zusätzlicher Wirtschaftsleistung aus. Allerdings stehen diesen Vorteilen auch erhebliche Kosten gegenüber, etwa für den Bau temporärer Einrichtungen oder die Überlastung öffentlicher Dienste.

Insgesamt wird die WM 2026 ein Meilenstein in der Geschichte des Fußballs. Sie vereint sportliche Höchstleistungen mit wirtschaftlichem Erfolg in nie dagewesenem Ausmaß. Die Fans dürfen sich auf ein Turnier der Superlative freuen, während die Fifa und die Gastgeberländer auf eine goldene Zukunft blicken. Der Fußball ist mehr denn je ein globaler Wirtschaftsfaktor, der weit über das Spielfeld hinauswirkt.


Source: Business Insider News


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